

Klassische Suchmaschinen zeigen eine Auswahl relevanter Websites. KI-Systeme können Informationen aus unterschiedlichen Quellen zusammenführen, Anbieter vergleichen und daraus konkrete Empfehlungen formulieren.
Ein Beispiel:
Eine Marketingleiterin fragt eine KI:
„Welche CRM-Systeme eignen sich für ein österreichisches B2B-Unternehmen mit 50 Mitarbeitenden und persönlichem Vertrieb?“
Statt selbst mehrere Websites zu vergleichen, erhält sie möglicherweise direkt eine Auswahl passender Lösungen samt Vor- und Nachteilen.
Für Anbieter entstehen dadurch drei unterschiedliche Formen der Sichtbarkeit:
Diese Unterscheidung ist wichtig. Eine Nennung ist noch keine Empfehlung. Und eine Quellenreferenz bedeutet nicht automatisch, dass das Unternehmen als Anbieter berücksichtigt wird.
Anders als bei Google gibt es in KI-Antworten keine einheitliche, dauerhaft gültige Rankingposition. Ergebnisse können je nach KI-System, Fragestellung und Zeitpunkt variieren.
Ein einzelner Test liefert deshalb noch keine belastbare Aussage. Sinnvoller ist eine strukturierte Analyse relevanter Kundenfragen anhand mehrerer Kriterien.
✔️ Nennungsrate: Bei wie vielen relevanten Fragen wird dein Unternehmen genannt?
✔️ Empfehlungsrate: Wie häufig wird es ausdrücklich empfohlen?
✔️ Wettbewerbspräsenz: Welche anderen Anbieter erscheinen bei denselben Fragen?
✔️ Darstellungsqualität: Werden Leistungen und Kompetenzen korrekt wiedergegeben?
✔️ Quellenpräsenz: Welche eigenen oder externen Inhalte werden als Quelle herangezogen?
Entscheidend ist dabei nicht die reine Anzahl an Nennungen, sondern deren geschäftliche Relevanz. Eine Empfehlung bei einer konkreten Anbieterrecherche kann wertvoller sein als mehrere Erwähnungen bei allgemeinen Informationsfragen.
KI-Systeme können unterschiedliche Quellen und Signale berücksichtigen. Deshalb reicht es nicht aus, einzelne Website-Texte für KI zu optimieren.
Drei Bereiche sind besonders relevant:
Klare Positionierung und relevante Inhalte
Die Website sollte verständlich vermitteln, welche Leistungen bzw. Produkte das Unternehmen anbietet, welche Probleme es löst und für welche Zielgruppen es relevant ist. Präzise Leistungs- bzw. Produktbeschreibungen, konkrete Anwendungsfälle und Antworten auf typische Kundenfragen helfen dabei.
Fachliche Autorität und externe Erwähnungen
Fachartikel, Branchenportale, Medienberichte, Bewertungen und Referenzen können dazu beitragen, dass ein Unternehmen mit bestimmten Kompetenzen in Verbindung gebracht wird. Entscheidend ist nicht die Anzahl der Erwähnungen allein, sondern auch deren Relevanz und Qualität.
Technische Zugänglichkeit und Aktualität
Eine klare Seitenstruktur, zugängliche Inhalte und konsistente Unternehmensinformationen schaffen wichtige Voraussetzungen für die Auffindbarkeit und Einordnung von Informationen. Technische Maßnahmen allein garantieren jedoch keine KI-Empfehlung.
GEO verbindet damit bestehende Disziplinen wie SEO, Content-Marketing, Positionierung und digitale PR zu einer übergreifenden Sichtbarkeitsstrategie.

Bevor Unternehmen Inhalte optimieren oder neue Maßnahmen planen, sollten sie klären, bei welchen Kundenfragen sie überhaupt sichtbar sein möchten.
Ein Industrieunternehmen könnte beispielsweise drei Arten von KI-Anfragen unterscheiden:
Problemorientiert:
„Wie können wir manuelle Produktionsprozesse automatisieren?“
Lösungsorientiert:
„Welche Automatisierungslösungen eignen sich für kleine Produktionsserien?“
Anbieterorientiert:
„Welche österreichischen Unternehmen bieten individuelle Automatisierungslösungen an?“
Die Fragen spiegeln unterschiedliche Phasen der Kundenentscheidung wider. Entsprechend unterschiedlich ist auch ihre strategische Bedeutung.
Während problemorientierte Fragen frühzeitig Aufmerksamkeit schaffen können, sind konkrete Anbieterfragen besonders relevant für die engere Auswahl.

Wer seine relevanten Kundenfragen kennt und die aktuelle Sichtbarkeit analysiert hat, kann Maßnahmen gezielt priorisieren.
Dabei helfen drei Fragen:
Bei welchen geschäftlich relevanten Anfragen wird das eigene Unternehmen nicht berücksichtigt, während Wettbewerber präsent sind?
Fehlen relevante Inhalte, konkrete Anwendungsbeispiele oder externe Erwähnungen? Werden Leistungen unklar oder veraltet dargestellt?
Nicht jede Lücke muss sofort geschlossen werden. Entscheidend sind die Geschäftsrelevanz, das Verbesserungspotenzial und der erforderliche Aufwand.
Mögliche Maßnahmen reichen von der Überarbeitung bestehender Leistungsseiten über branchenspezifische Inhalte und Referenzen bis zum gezielten Aufbau externer Sichtbarkeit.
Anschließend sollte regelmäßig überprüft werden, ob sich die Präsenz bei relevanten KI-Anfragen verändert.
Langfristig geht es nicht allein um mehr Nennungen oder Empfehlungen, sondern darum, KI-Sichtbarkeit in qualifizierte Kontakte und neue Geschäftschancen zu übersetzen.
GEO sollte nicht als kurzfristiger Trend oder isolierte Optimierungsmaßnahme betrachtet werden.
Für Geschäftsführung und Marketing geht es vielmehr darum, KI-Sichtbarkeit als Bestandteil der bestehenden Marketing- und Content-Strategie zu verstehen.
Dafür braucht es zunächst Klarheit über drei Dinge:
Wer diese Fragen beantworten kann, schafft eine fundierte Grundlage für die weitere GEO-Strategie.
